Schönefeld-Orgel von 1997

 

Die Orgelweihe

Das Präludium C-Dur von J. S. Bach, gespielt vom Erfurter Domorganisten Silvius von Kessel, erklang als erstes Stück auf der neuen Schönefeld-Orgel der Siemeröder St. Nikolauskirche am 9.11.1997.  Zu Beginn des Kirmesgottesdienstes – die ersten Lieder hatten die Gemeinde und der Kirchenchor „St. Nikolaus“ noch ohne Orgelbegleitung gesungen – wurde die Orgel durch den Erfurter Ordinariatsrat, Domkapitular und Seelsorgeamtsleiter Gerhard Stöber, Ortspfarrer Wolfgang Kirchner und dessen Vorgänger Bernhard Wehner geweiht.

 

 

Im Abnahme-Gutachten vom 5.2.1999 schreibt Prof. Silvius von Kessel: „Der Klang der Orgel ist im Plenum wie in den Einzelstimmen rund und überzeugend, hier seien einige Details erwähnt: Der Bordun 16´ (Hauptwerk) ist alt und übernommen (aus der katholischen Herz-Jesu-Kirche, Weimar), er ist gut aufgearbeitet worden, in seiner Mensurierung und seinem Klang allerdings etwas eng, aber das ließ sich verständlicherweise nicht ändern. Er ist im Rahmen des Möglichen voll „ausgeschöpft“ worden. Der Principalchor im Hauptwerk ist sehr gelungen, ein charakteristischer, schöner Klang – zugleich von Klarheit und Wärme gekennzeichnet. Die Hohlflöte ist eine relativ dezente Flöte, in sich stimmig. Sie hätte in ihrem Klang auch voluminöser ausfallen können, aber das ist Ansichtssache. In sich ist das Register schlüssig.

Im Oberwerk sei besonders das sehr schön streichende Salicional hervorgehoben, und auch die Flaut travers ist eine schöne, samtene Traversflöte geworden. Der Weitprincipal hebt sich entsprechend seinem Namen vom Hauptwerkprincipal 4´ ab, indem er weiter und weicher klingt. Gedankt 8´ (Flaut travers 8´); Weitprincipal 4´ und das Cornet 3f. Bilden zusammen ein gelungenes Cornet. Das Oberwerk bildet somit ein reizvolles „Cornetplenum“ gegenüber den HW-Mixturplenum.

Der Violon im Pedal ist alt und streicht sehr schön in tiefer Lage, wohingegen er ab etwa g^

weniger streicht. Principalbaß 8´ und Holzoktave 4´ klingen weit und eher flötig.

Die Posaune  ist relativ dezent und gut auf die Orgel abgestimmt, sie stützt das Plenum, schlägt aber nicht alles tot.

Die handwerkliche Ausführung ist durchweg solide, der Spieltisch ansprechend gestaltet. Ebenso ist das Gehäuse solide gearbeitet. Der Preis ist extrem günstig für eine solche Orgel.

Fazit: Der Firma Schönefeld ist es gelungen, eine solide und klangschöne Orgel zu einem erstaunlich günstigen Preis in Siemerode/St. Nikolaus zu bauen – eine Orgel, der die Gemeinde lange Zeit ihre Freude haben wird und die auch überregional z. B. für Unterrichtsstunden benutzt werden könnte. Der Firma sei hiermit ein herzlichen Dank für die überzeugende Arbeit ausgesprochen.“

 

 

Disposition:           

Hauptwerk: (1. Manual), C-g´´´          Oberwerk: (II. Manual) C – g´´´          Pedal: C - f

Bordun                          16´              Salicional                           8´             Violon                             16´

Principal                         8´               Gedackt                             8´             Subbaß                           16´

Hohlflöte                        8´               Flaut travers                       8´             Principalbaß                    

Oktave                           4´               Weitprincipal                      4´             Holzoktave                      

Quinte                            2/2/3          Gedacktflöte                       4´             Posaune                          16´

Oktave                           2´               Waldflöte                          

Mixtur 5fach                   2´               Cornet 3fach                       2/2/3

Trompete                       8´               Tremulant

 

Manualkoppel                      II/I

Pedalkoppel                         I

Pedalkoppel                         II

Zimbelstern F-dur