Die Kirche von Bischhagen ist dem Apostel Matthias geweiht. Sie wurde zwischen 1718 und 1730 erbaut. 1915 wurde die Sakristei angebaut. In ihrer Geschichte wurde die Kirche mehrfach renoviert. 1904/05, 1970, 1975 und schließlich 2005.

 

Die St. Matthias Kirche ist ein einheitlicher dreiachsiger Saalbau, der aus unverputzten Quader errichtet wurde.

 

 

 

 

Der Bau wird im Westen geprägt von einem verschieferten Dachreiter mit Haube und Laterne. An der Westseite der Kirche befindet sich eine Sonnenuhr aus der Bauzeit der Kirche. Die Kirche ist umgeben vom Friedhof Bischhagens. Über dem westlichen Haupteingang sind die Daten 1728 und 1880 eingemeißelt.

 

 

Betritt man die Kirche geht man unter der aus der Bauzeit stammenden Empore durch einen Mittelgang auf den Hochaltar zu. Die flache Bretterdecke trägt ein auf das Jahr 1917 datiertes Gemälde. Der Maler Norbert Krohmer stellt darauf eine aus dem Alten Testament stammende Szene dar. Sie zeigt, wie Melchisedek, der König von Salem und der erste überhaupt im Alten Testament erwähnte Priester Abraham mit Wein und Brot begrüßt. Abraham entrichtet ihm daraufhin den Zehnt. (Vgl. Gen 14,18-20) Warum gerade dieses Thema als Bildinhalt gewählt wurde und ob es Zusammenhänge mit dem Ersten Weltkrieg  (1914-1918) gibt, ist noch ungeklärt.

 

 

 

 

Der Hochaltar ist im Stil des Rokoko gehalten und stammt aus dem Jahr 1731. Er zeigt die Kreuzigung Jesu vor einer Stadtlandschaft. Flankiert wird die Szene von den Aposteln Petrus und Paulus. Im Auszug über dem Bild befindet sich eine Darstellung des Hl. Matthias, zu erkennen an der Axt und dem unter den Arm geklemmt Buch. Der Altar wurde 1974 und 2006 restauriert. Auch der Marienaltar stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Darstellung Maria mit Kind entstand um 1900.

 

 

 

Die aus der Bauzeit der Kirche stammende Kanzel ist erhalten geblieben, sie ist mit reichem floralen Dekor versehen. Auch an den Gestühlwangen findet sich das florale Muster wieder. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden 1974 übermalt.

 

Die drei Glocken stammen von Schilling und Lattermann aus Apolda.  Sie ersetzten 1954 das ursprünglichen zwei Glocken bestehende Geläut, das im zweiten Weltkrieg im überschwänglichem Kriegseintritt vollständig abgegeben worden war.